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Bikesharing im c’t-Test:
Der Boom der Mieträder

Hannover, 22. Juni 2018 – Leihfahrräder stehen in deutschen Großstädten inzwischen an jeder Ecke. Die aktuelle c’t 14/18 hat die Anbieter auf Qualität der Räder getestet und geprüft, wie sie mit den Daten der Nutzer umgehen. Dabei haben die Redakteure auch Schrotträder und unangenehme Überraschungen in den AGB gefunden.

c’t-Redakteur Jan-Keno Janssen hat sieben Anbieter von Leihfahrrädern mit Mietkosten zwischen 50 Cent und 1,25 Euro pro halbe Stunde getestet und dabei große Unterschiede bei der Qualität der Räder selbst festgestellt. Janssen hat auch überprüft, ob die Hersteller mit den Daten der Nutzer Geld verdienen, konnte dafür jedoch nur beim Anbieter Obike konkrete Hinweise finden. „Glücklicherweise muss man bei den meisten Anbietern lediglich Telefonnummer und Zahlungsinformationen hinterlegen“, erklärt der Redakteur, „beides Daten, die hierzulande nicht zur Profilbildung weiterverkauft werden dürfen.

Besonders positiv stechen die deutschen Anbieter von Byke, Call a Bike und Nextbike im Test hervor. In ihren AGB steht genau, wann und wofür GPS-Daten erfasst werden, und die Räder selbst sind solide mit Gangschaltung und Gepäckträger. Nachbesserungsbedarf sieht Janssen jedoch in der Kommunikation zwischen Bikesharing-Unternehmen und den Städten: „So hat Byke zum Beispiel den Städten schon mehrfach kostenlos Daten über Radverkehrsströme angeboten, die zum Beispiel für den Bau von neuen Fahrradwegen relevant wären. Genutzt hat diese sinnvolle Möglichkeit noch keine Stadt.“ Aus Datenschutz-Sicht sind solche anonymisierten „Heatmaps“ harmlos.

Auslöser für seine Recherche war bei c’t-Redakteur Jan-Keno Janssen ein frustrierendes Erlebnis mit einem Leihrad von Obike. Doch schleifende Bremsen, verrostete Rahmen, nicht verstellbare Sättel und unzulässige AGB sind glücklicherweise nicht die Regel bei Leihfahrrädern. In Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erwiesen sich vor allem die Räder der „Free-Floating-Anbieter“, bei denen man das Leihrad nicht an einer bestimmten Stelle abholen oder abstellen muss, als sehr praktisch. Damit lassen sich zum Beispiel die letzten Kilometer zwischen S-Bahn-Station und der eigenen Wohnung schnell überwinden. Lediglich von Obike muss Janssen nach seiner Recherche auch aufgrund des problematischen Umgangs mit Kundendaten laut der AGB abraten.

Videos zu den Erfahrungsberichten von Jan-Keno Janssen:

c't-Bikesharing-Trilogie
Mietfahrräder im Test
c't-Bikesharing-Trilogie
Interview über Bikesharing mit Renate Künast (Grüne)
c't-Bikesharing-Trilogie
Obike, das Leihfahrrad aus der Hölle

Hinweis für Redaktionen: Gerne stellen wir Ihnen den Artikel kostenfrei zur Rezension zur Verfügung.