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Künstliche Intelligenz
Zu naiv, um schlau zu sein

Hannover, 9. November 2018 ­– Im Wettkampf Mensch gegen künstliche Intelligenz gibt der Mensch meist eine klägliche Figur ab. Doch viele KI-Erfolgs-Storys sind oberflächlich und verschweigen, wo es überall klemmt, schreibt die Computerzeitschrift c’t. In welchen Bereichen KI nützlich ist und wo sie schwächelt, steht in der aktuellen Ausgabe 24/18.

Weil künstliche neuronale Netze in Spezialdisziplinen wie dem Erkennen von Objekten auf Fotos oder dem Meistern von Strategiespielen Erfolge feiern, wachsen die Erwartungen an die künstliche Intelligenz. Sie soll weniger Vorurteile pflegen als der Personaler, Kinder individueller fördern als Lehrer, Diagnosen besser stellen als ein Arzt und Autos souveräner steuern als der Mensch. „Doch die schiere Masse an Trainingsdaten, anhand derer neuronale Netz ihre Fähigkeiten ausbilden, ist kein Gütesiegel“, erklärt c’t-Redakteurin Andrea Trinkwalder. „Viel entscheidender ist deren Qualität.“

Fälle von fehlgeleitetem Training finden sich zuhauf: So lernte ein künstliches neuronales Netz anhand von Husky-Bildern lediglich, Schnee zu erkennen. Ein anderes System blieb beim Erlernen des Begriffs Zug komplett blind gegenüber Loks und Waggons und sprang stattdessen nur auf Bahnsteig und Gleise an. Schwerwiegende Folgen haben KI-Systeme, wenn sie im Bewerber-Management oder in autonomen Fahrzeugen Situationen falsch einschätzen. Im Gegensatz zum Menschen kann eine KI weder Humor noch Ironie oder offensichtlichen Nonsens einordnen.

„Sehr gut funktioniert Deep Learning schon jetzt bei konkreten Aufgabenstellungen mit klar definierbaren Zielen, deren Umsetzung sich unmittelbar überprüfen lässt“, betont Trinkwalder. Das ist zum Beispiel in der Sprachverarbeitung, Bilderkennung oder Logistikplanung der Fall. Doch auch dort sollte man KI-gestützte Problemlöser mit Vorsicht genießen. „Denn wenn die jeweiligen Entwickler das Problem und ihre Lösung nicht gut genug verstanden haben, ist die schöne KI mit all den Trainingsdaten auch nicht mehr wert als ein Würfel.“

Für die Redaktionen: Gerne stellen wir Ihnen die Artikelstrecke kostenlos zur Rezension zur Verfügung.