Discounter schlampen bei SIM-Karten-Verkauf
Anonyme Handys

Hannover, 15. Februar 2010 - Bei Discountern kann
man die SIM-Karte fürs Handy ohne Weiteres unter
falschem Namen kaufen. Sie leisten damit Straftaten
wie dem Identitätsdiebstahl Vorschub, berichtet das
Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 5/10.
Kato vom Wachhög ist ein dreijähriger Deutscher
Pinscher. Seinem Herrchen, dem c't-Redakteur Urs
Mansmann, ist es bei einem Test gelungen, ein halbes
Dutzend SIM-Karten für Prepaid-Handys auf den Namen
des Hundes anzumelden. Die Karten wurden bar bezahlt,
den Personalausweis verlangte niemand. Bei der
anschließenden Online-Registrierung wurden selbst
nicht-existierende Fantasieadressen in den meisten
Fällen anstandslos akzeptiert. Dabei hat der
Gesetzgeber klar geregelt, dass die Anbieter die
Identität des Kunden überprüfen müssen, dem sie
eine SIM-Karte aushändigen.
Lässt sich eine bestimmte Handy-Nummer einer Straftat
zuordnen, taucht die Polizei sicherlich bald an der
Wohnung des vermeintlichen Besitzers auf. "Dumm nur,
wenn man die Karte gar nicht selbst angemeldet hat.
Aber das muss man dann erstmal beweisen", erläutert
c't-Experte Mansmann. "Damit Unbeteiligte im Rahmen
von Ermittlungen nicht so leicht unter dringenden
Verdacht geraten können, sollte man konsequenterweise
die Pflicht zur Speicherung der Daten aufheben."
Unter falschem Namen konnte der c't-Redakteur SIM-Karten
von Aldi, Lidl, Mediamarkt, Netto Markendiscount,
Penny, Saturn und REWE erwerben und anmelden. In
spezialisierten Handy-Geschäften dagegen scheiterte
der Versuch; die Mitarbeiter bestanden darauf, dass
der Kunde sich ausweisen müsse.
Bildmaterial:
Ein Bild von "Kato vom Wachhög" steht
zum Download bereit.
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 5/2010
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von
c't-Redakteur Urs Mansmann sind unter 05 11/2 79 15 60
beim c't-Hörfunk-Service abrufbar. Unter www.radioservice.de
steht das Angebot für akkreditierte Hörfunkredakteure
auch im MP3-Format zum Download bereit.
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Anja Reupke
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