Welche Rollen spielten CIA und Stasi?
Telepolis über die Wurzeln des Terrorismus
Hannover/München, 5. Februar 2010 - Italien und
Deutschland waren in den 70er und 80er Jahren die
Länder, die am stärksten vom Terrorismus betroffen
waren. Während sich Italien mit den Hintergründen der
Terrorjahre bereits seit vierzig Jahren kritisch
auseinandersetzt, tut sich Deutschland mit der
Aufklärung schwer. So ist erst seit 2007 bekannt,
dass auch in Deutschland die Geheimdienste im
Terrorismus involviert waren. Das Onlinemagazin
Telepolis beleuchtet in einer sechsteiligen
Artikelserie unter www.telepolis.de die Kooperationen.
"Anders als in Italien spricht man bei uns in den
großen Medien nicht gerne allzu kritisch über die
eigenen Staatsorgane und auch nicht über die der
verbündeten Staaten. Was die Hintergründe des
Terrorismus anbelangt, taucht der Kontext zum
Kalten Krieg in unseren Medien meist nicht auf
und damit keine Logik, die eine Involvierung der
Geheimdienste im Osten und im Westen überhaupt
erst verständlich macht. Da beschleicht einen manchmal
das Gefühl, als ob auch die Medien irgendwie
weisungsgebunden seien. In Deutschland nicht viel
anders als im Berlusconi-Land, schreibt Telepolis-Autorin
Regine Igel.
In sechs Folgen untersucht sie die Einflussnahme
des KGB und seiner untergeordneten Geheimdienste.
"Die Kette der Indizien und auch Beweise für die
Einflussnahme auch des Ostens auf den Terrorismus
im Kalten Krieg ist inzwischen lang. Doch aus einem
noch nicht recht zu greifenden Grund ist hier ein
schützendes Tabu errichtet worden", schreibt die
Telepolis-Autorin. Es ist inzwischen mehr als deutlich,
dass die DDR für den deutschen Linksterrorismus eine
ähnliche Bedeutung hatte, wie die CSSR für den
italienischen. Wie in tschechischen paramilitärischen
Ausbildungslagern auch deutsche Terroristen auftauchten,
war dies möglicherweise in deutschen Camps auch für
italienische Terroristen möglich.
Der Konsens des Ostens mit den linksradikalen,
terroristischen Kämpfern lag in den Feindbildern - gegen
die amerikanische und israelische Außenpolitik,
Kolonialismus und Imperialismus - und in der Schwächung
des Kapitalismus durch Destabilisierung. Dabei boten
östliche Geheimdienste und ihre Regierungen ständig
sichere Rückzugsorte für verdeckte Kämpfer aus vielen
Ländern, stellten auf ihren Territorien freie Unterkunft
und Fahrzeuge. Da die "heißesten" Akten der
Staatssicherheit, das heißt die über die operativen
Vorgänge, gleich 1989 vernichtet bzw. geschreddert wurden,
haben Aufklärer jedoch eine schwere Ausgangsposition.
Die ersten beiden Artikel der Serie sind bereits online:
Teil 1: Von heimlichen und unheimlichen Kooperationen
Teil 2: Alles begann mit dem neuen KGB-Chef Jurij Andropov
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