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Digital Detox im Alltag
Wie Smartphones süchtig machen und was dagegen hilft

Hannover, 15. Oktober 2019 – Der Griff zum Handy stresst uns und nervt andere. Dass wir alle paar Minuten den Posteingang checken und auf WhatsApp, Facebook oder Instagram nach neuen Nachrichten schauen, liegt an perfiden Mechanismen der App-Entwickler. Die Psycho­tricks nennt Europas größtes IT & Techmagazin c’t in seiner aktuellen Ausgabe 22/19.

Ihr Ziel: Eine große „Stickiness“, was bedeutet, dass eine App möglichst klebrig sein soll, damit die Kundschaft so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringt. Einer der Tricks: Der „Infinite Scroll“ erzeugt eine endlose Liste der Nachrichten. Schnell verplempert man beim Durchscrollen Stunden auf Instagram, YouTube, Facebook, Twitter und Pinterest. Ein zweiter: Das Aktualisieren der App-Startseiten bringt oft – aber nicht immer – neue Nachrichten. Daraus lernt man als Nutzer: Wenn man nur selten die App aufruft, verpasst man was.

Doch als informierter User ist man nicht hilflos. Mit neuen Funktionen kann man sich nun besser von den Verlockungen und Störungen des Smartphones befreien. Den Nicht-stören-Modus gibt es zwar schon länger, doch bei Android und iOS sind einige Detoxing-Funktionen neu hinzugekommen. Wie c’t schreibt, geben diese einen Überblick der Zeitfresser, setzen Apps Zeitlimits und richten Entspannungszeiten ein.

Als Einstieg zum Eindämmen einer Smartphone-Sucht gibt es ab Android 10 den neuen Menüpunkt „Digital Wellbeing & Jugendschutz“. Perfekt sind die Funktionen laut c’t nicht: „Man kann zwar einzelnen Apps Zeitlimits setzen. Leider kann man nicht ganze App-Kategorien etwa Spiele an die Kandare nehmen“, bedauert c’t-Redakteur Michael Link. „Und die Limits lassen sich leicht außer Kraft setzen.“

Bei Apple-Smartphones und Tablets lässt sich die Nutzungszeit im Menüpunkt „Bildschirmzeit“ begrenzen. So kann man sich etwa drei Stunden am Tag für produktive Apps genehmigen, aber nur eine halbe Stunde für Facebook und Co. Die Gangart lässt sich sogar noch verschärfen. Hierfür legt man unter „Einstellungen/Bildschirmzeit/Bildschirm-Code verwen­den“ eine vierstellige PIN fest und wählt unter Auszeit „zur Auszeit blockieren“.

„Neben technischen Detox-Maßnahmen sollte man sich bewusst Smartphone-freie Zeiten und Zonen schaffen“, rät c’t-Redakteur Jo Bager. „Oft hilft es schon, dass Handy nicht immer im Blick zu haben. Eine Hülle oder eine komplizierte Entsperrung können ebenfalls helfen. Am Esstisch und im Schlafzimmer sollte das Smartphone tabu sein.“ Eifrigen WhatsApp-Nutzern empfiehlt Bager, zur App WhatsApp Business zu wechseln. Mit ihr kann man auch Abwesenheitsnotizen verschicken.

Für die Redaktionen: Gerne stellen wir Ihnen die Artikelstrecke kostenlos zur Rezension zur Verfügung.