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Online-Magazin Telepolis
Urteil gegen Julian Assange mit "bitterem Beigeschmack"

Hannover/München 4. Januar 2021 - Journalistenorganisationen in Deutschland haben das britische Urteil im Auslieferungsverfahren gegen den Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, gemischt aufgenommen, berichtet das Online-Magazin Telepolis unter Berufung auf Branchenverbände und Gewerkschaften. Während die verhinderte Auslieferung des Journalisten in die USA begrüßt wurde, kritisierten die Organisationen auch die Weigerung der britischen Justiz, Assange als Journalisten anzuerkennen.

„Die Veröffentlichungen von Wikileaks sind vollumfänglich von der Pressefreiheit gedeckt“, sagte gegenüber Telepolis die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in der ver.di, Monique Hofmann.

Es sei „absolut nicht nachvollziehbar und hat einen bitteren Beigeschmack“, dass die Rolle Assanges als Journalist und die Bedeutung von WikiLeaks in den Ausführungen der Richterin keine Rolle gespielt haben, so Hofmann weiter.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßte indes die Entscheidung des britischen Gerichtes. "Entscheidend ist zunächst einmal, dass die USA mit ihrem Auslieferungsersuchen eine Bruchlandung erlitten haben“, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner gegenüber Telepolis.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigte sich erleichtert, dass Großbritannien den Wikileaks-Gründer- und Herausgeber Julian Assange aus humanitären Gründen nicht an die USA ausliefert, so Sprecher Christian Mihr gegenüber Telepolis: „Es ist aber weiter mehr als besorgniserregend, dass das Gericht nicht anerkennt, dass Assange für seine Beiträge zum Journalismus verfolgt wurde.“

Ansprechpartner für Rückfragen:
Harald Neuber
Redaktion Telepolis
Mobil: 0171 1962 796
E-Mail: hneu@heise.de